Krakauer Krippen - November 2006 bis Januar 2007

12. November 2006 – 14. Januar 2007
Die Weihnachtszeit ist in Europa nicht ohne Krippen vorstellbar. Entstanden ist diese Tradition im Umfeld des Hl. Franz von Assisi im hohen Mittelalter und hat sich seitdem in Europa und darüber hinaus in die ganze Welt verbreitet. Eine der künstlerisch schönsten und weltweit einzigartigen Krippen-traditionen findet man bis heute in Krakau.

Das Ethnografische Nationalmuseum Warschau ist mit der Ausstellung „Weihnachtsglanz aus Polen – Krakauer Krippen“ zu Gast im Museum im Schafstall in Neuenstadt a.K.. Das Ausstellungs-projekt wurde mit Mitteln des Außenministeriums der Republik Polen unter-stützt. Schwerpunkt der Ausstellung sind märchenhaft anmuten-de Krippen (polnisch: „Szopki“), wirkliche Kunstwerke aus Holz, Pappe und buntem Stanniolpapier, verziert mit Perlen, goldenen Spitzen und glitzerndem Beiwerk – Weihnachtsglanz aus Polen.

Um zu verstehen, warum das Jesuskind in Krakau nicht in einem bescheidenen Stall geboren wurde sondern in einem reich ausgeschmückten und farbenfroh glänzenden Gebäude, dessen Bauweise an die Krakauer Architektur erinnert, muss man die Krakauer Krippenbautradition näher beleuchten. Neben der „Betlejemka“ (Bethlehemkrippe), die auch bei uns verbreitet ist, hat sich speziell in Krakau eine außergewöhnliche Bauweise von Krippen entwickelt, die Puppenspielerkrippe. Diese Krippe ist eine Art Wanderbühne - ein tragbares, an die sakrale Architektur angelehntes Bauwerk, das aus leichten Materialien besteht. Im Mittelpunkt der Krippe befindet sich eine unbeweglich angeordnete Anbetungsszene. Im Vordergrund, dem Betrachter zugewandt, werden geschnitzte, auf Stäben befestigte Puppen bewegt. Die Puppenspieler sind dabei durch die Kulisse verdeckt. Sie stellen die Geburt Jesu nach, die von einer Vielzahl weltlicher, oft unterhaltsamer und satirisch eingefärbter Alltagsszenen umrahmt wird. Diese Art des Krippenspiels gibt es bereits seit dem 18. Jahrhundert. In den Kirchen fanden damals im Advent regelmäßig Aufführungen statt. Doch die sehr weltlichen, oft scherzhaftsatirischen Themen und der turbulente Zuspruch der Bevölkerung, der dem Ernst eines Gotteshauses nicht angemessen erschien, führte 1780 zum Verbot dieser Krippen. Doch die populäre Tradition setzte sich außerhalb der Kirchen fort. Im 19. Jahrhunderts waren der Krippenbau und die Krippenspiele den Krakauer Maurern vorbehalten. Auf diese Weise erzielten sie im Winter wenn die Bauarbeiten ruhten einen zusätzlichen Verdienst. Ob aufgrund der Besonderheit des Maurerberufes, der großen Konkurrenz zwischen den Gruppen der Krippenspieler oder wegen der Atmosphäre und Schönheit der Altstadt - die Elemente der historischen Architektur Krakaus fanden jedenfalls Eingang in die Krippenkonstruktionen der Krakauer Handwerker. So wurden daraus phantasievolle, geradezu märchenhafte Bauwerke.
Im Dezember 1937 wurde zum ersten Mal ein Wettbewerb für die schönste Krakauer Weihnachtskrippe ausgeschrieben. Er verfolgt das Ziel, diese einzigartige Tradition zu erhalten. Seitdem findet dieser Wettbewerb alljährlich statt, unterbrochen durch die Zeit des Zweiten Weltkrieges. Bis heute versammeln sich früh morgens am ersten Donnerstag im Dezember die Krippenbauer mit ihren Arbeiten auf dem zentralen Marktplatz der Altstadt.
Die Krippen werden zu Füßen des Adam-Mickiewicz-Denkmals aufgestellt und um 12.00 Uhr mittags zum Tagungsort der Jury getragen. Der Krippenwettbewerb hat sich mittlerweile zu einer international beachteten Tradition in Krakau entwickelt. Dabei entstand ein spezifischer Krippentyp, die Wettbewerbskrippe. In diesen mehrgeschossigen, in verschiedenen Farben des Stanniolpapiers schillernden Gebäuden kann man leicht Elemente der historischen Architektur Krakaus wiedererkennen.
In der Ausstellung des Museums im Schafstall wird eine große Auswahl an Krakauer Krippen aus den Jahren 1958 bis 2005 gezeigt. Dabei hat die kleinste Krippe eine Höhe von 6,5 cm und die größte misst beeindruckende 2,80 Meter.


Öffnungszeiten

12. November 2006 – 14. Januar 2007
Dienstag bis Sonntag täglich von 14.00 – 17.00 Uhr
(Am 24., 25., 31. Dezember und 1. Januar geschlossen)

Eintrittspreise

Eintritt: € 4,- / ermäßigt € 2,-
Kinder bis 10 Jahre: Eintritt frei!
Für Gruppen und Schulklassen nach telefonischer Absprache unter: 07139/3924

Schirmherrschaft

Elzbieta Sobótka
Generalkonsulin der Republik Polen
Detlef Piepenburg
Landrat

Förderer & Partner

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