"Tschäggättä" Schweizer Masken aus dem Lötschental -September bis Dezember 2008

14. September 2008 – 07. Dezember 2008
Ausstellung mit Schweizer Masken aus dem Lötschental
im Museum im Schafstall Neuenstadt
Das Museum im Schafstall Neuenstadt zeigt vom 14. September bis 7. Dezember 2008 rund 150, teils 200 Jahre alte Masken aus der Sammlung des Künstlerehepaares Agnes und Ernst Rieder. Die beiden widmen seit über 40 Jahren ihre ganze Liebe dem Tschäggättä-Brauchtum, einer uralten Tradition ihrer Heimat, des Lötschentales. Was als Leidenschaft begann, präsentiert sich heute als eine der größten Maskensammlungen Europas.

Über 400 teils historische Masken befinden sich im Besitz der Familie Rieder, ausgestellt in ihrem weit über die Grenzen der Schweiz bekannten „Maskenkeller“ in Wiler. Die meisten davon hat Agnes Rieder selbst geschnitzt. Die Hausfrau und Mutter von sechs Kindern hat sich das Schnitzen selbst beigebracht. Jede der aus Arvenholz geschnitzten, boshaft lachenden oder hämisch grinsenden Masken ist ein Unikat. Agnes Rieder hat aus der alten Tradition ihren eigenen künstlerischen Ausdrucksstil entwickelt. Ihr Mann Ernst bemalt die Masken, teil mit Naturfarben, teils mit Ölfarben. Tierzähne und Felle geben den Larven, wie sie im Lötschental genannt werden, jenen typischen, unverkennbar bösen Ausdruck.

Die Tradition der „Tschäggättä“ gilt als die wohl älteste und bekannteste Maskentradition der Schweiz. Früher war das kleine Alpental im Oberwalis im Winter oft durch Lawinenabgänge komplett von der Außenwelt abgeschnitten. Das änderte sich erst im 20. Jahrhundert mit dem Bau der ersten Eisenbahnstrecke. Das tief zwischen 4000m hohen Bergen eingeschnittene Tal mit seinen fünf Gemeinden ist weitgehend unberührt von touristischen Einflüssen geblieben. Heute gehört das Lötschental zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Die Kultur des Larvenschnitzens wird in den Familien von Generation zu Generation weitergegeben, heute allerdings auch kommerziell vermarktet. Man nimmt an, dass in dieser Region schon vor 3000 Jahren die ersten Masken geschnitzt worden sind. Andere Quellen sehen den Waliser Volksaufstand von 1550 oder eine Räuberbande, die in jener Zeit ihr Unwesen trieb, als Ursprung. Mit ihrem bösen Ausdruck sollen die Larven nach heidnischem Brauch die unheilvollen Geister aus dem Haus vertreiben. Die „Tschäggättä“ drangen der Legende nach durch den Kamin in die Häuser ein. Dabei hinterließ der Ruß auf ihren weißen Fellen große schwarze Flecken – im Volksmund „Tschägge“ genannt.

Heute treiben die Maskenträger traditionsgemäß von Mariä Lichtmess bis Aschermittwoch in den Dörfern des Lötschentals ihr Unwesen. Gerne leihen die Rieders ihre Larven zu dieser Zeit an die jungen Burschen aus, denn ihnen ist die Pflege des alten Brauchtums eine Herzensangelegenheit.

Ausstellungsführungen bietet die VHS am Sonntag, 02.11. um 14.30 Uhr sowie am 09.11., 23.11. und 07.12.08 jeweils um 11.30 Uhr an (Gebühr 4 Euro zzgl. Eintritt). Anmeldungen unter Tel. 07139/3924 erwünscht


Öffnungszeiten

14. September 2008 – 07. Dezember 2008
Mittwoch u. Sonntag von 11.00 - 17.00 Uhr
Für Gruppen und Schulklassen nach telefonischer Absprache unter: 07139/3924

Eintrittspreise

Eintritt: € 4,- / ermäßigt € 2,-
Kinder bis 10 Jahre: Eintritt frei!

Schirmherr(en)

Generalkonsul Josef Renggli
Schweizerisches Generalkonsulat Stuttgart
Detlef Piepenburg
Landrat

Förderer & Partner

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Einblick in die Ausstellung "Tschäggättä - Schweizer Masken aus dem Lötschental"

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